Dokumente aus der Gründerzeit fehlen

Sonntag 23. November 2003


Dokumente aus der Gründerzeit fehlen

Dokumente aus der Gründerzeit fehlen

Geflügel- und Kaninchenzuchtverein Ingelheim ist stolz auf sein 100-jähriges Bestehen
INGELHEIM - Ein rundes Jubiläum kann in diesen Tagen der Geflügel- und Kaninchenzuchtverein Ingelheim 1903 fei¬ern. Vor nunmehr 100 Jahren fanden sich die ersten Geflügel¬freunde zusammen, um ihrem Hobby zu frönen. Später wurde auch die Kaninchenzucht ein wertvoller Bestandteil der Arbeit des Traditionsvereins. Im Jubiläumsjahr stellen sich die organisierten Geflügel- und Kaninchenzüchter aus Ingelheim im Rahmen der AZ-Serie „Vereine machen Zeitung" einer breiten Öffentlichkeit vor.

„Nach mühevoller Kleinarbeit der Zuchtfreunde Heinrich Maas, Karl Nicolaus Pitzer und Philipp Eimermann war es am Sonntag, 17. Oktober 1950, endlich soweit, den Geflügelverein Ingelheim Süd neu zu gründen." So lautet der erste Satz im Protokollbuch des Geflügel- und Kaninchenzucht¬vereins 1903 e.V., unterschrieben von Karl Ludwig Pitzer, der bei dieser (Wieder-) Gründungsversammlung zum Schriftführer des damals eigentlich schon 47 Jahre alten Vereins gewählt wurde.

Geflügel- und Kaninchenzuchtverein

Bereits im Jahre 1903 nämlich wurde der Verein, der nun nach den Kriegsjahren seine Arbeit wieder aufnahm, als erster Geflügelzuchtverein im Kreis Bingen gegründet und ist damit mit seinen 100 Jahren der älteste Geflügelzucht-verein im heutigen Landkreis Mainz-Bingen.

Leider haben keine Dokumente aus der Gründungszeit bis heute überdauert, allerdings gibt das Kassenbuch des Vereins, das bereits seit 1916 geführt wird, Auskunft über die frühen Jahre. So sind auf den ersten Seiten die Mitglieder des Vereins aufgeführt. Dabei ist Johann Stahl als Mitglied Nummer 1 aufgeführt, die Zahl 123 steht vor dem Namen Richard Scheller.

Wie aus den Eintragungen des Jahres 1916 hervorgeht, wurde im Kriegsjahr 1916 eine Ausstellung durchgeführt, dazu wurden, wie auch heute bei solchen Anlässen allgemein üblich, von mehreren, namentlich genannten, Personen Geldpreise gestiftet und eine Verlosung durchgeführt, um die Kasse aufzubessern. Heute zu solchen Anlässen eher ungewöhnlich, waren ein Preisschießen, das die damals recht beachtliche Summe von 89,50 Mark einbrachte und die Versteigerung eines Kaninchens.

In den schweren Jahren nach dem 1. Weltkrieg gingen die Mitgliederzahlen des Vereins stark zurück, zwischen 1918 und 1921 sank die Mitgliederzahl von 123 auf 57.

Nach der Wiedergründung von 1950 nahm der Verein unter dem Motto „Vereinte Kraft schafft" einen kontinuierlichen Aufschwung. Im Jahre 1968 gründeten im damaligen Keglerheim in der Stiegelgasse die Kaninchenzüchter Anton Dengler, Otto Förster, August Hartmann, Richard Koman, Adam Kühl, Rudi Leißner, Günter Metzger, Hans Rosskopf sowie Franz und Klaus Wannermacher die Sparte Kaninchen, die im gleichen Jahr bereits eine Kaninchenausstellung durchführte.

Seit dieser Zeit ist die Sparte Kaninchen ein fester Bestandteil des Vereins, besonders sollen dabei die Verdienste von Franz Wannemacher hervorgehoben werden, der heute zu den Ehrenmitgliedern des Vereins gehört. Anton Dengler führte del Verein viele Jahren als erster Vorsitzender und ist heute Ehrenvorsitzender.

Im Jahre 1993, zum 90. Jahrestages des Geflügel- und Kaninchenzuchtvereins, wurde der Antrag auf Gemeinnützigkeit gestellt. Seit dem 13. September 1993 ist der Verein beim Amtsgericht Bingen eingetragen und darf den Zusatz e.V. tragen.

Der großen Aktivität des Vorstandes und der Züchter ist es zu verdanken, dass im Laufe der Jahre eine Vielzahl von Lokal- und Bezirksschauen organisiert wurden. Die vielen Einladungen zu Ausstellungen sind ein Beweis dafür, das die Züchter der 03er und ihre Tiere, Kaninchen wie Geflügel, einen guten Ruf genißen.

(Quelle: AZ. 23.11.203)