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Streicheleinheiten für den „Lothringer"

  • GeflügelKaninchenAusstellungPressebericht

Ingelheimer Geflügelzuchtverein präsentiert in Alter Markthalle Hühner und Kaninchen

Von Heike Sobotta

INGELHEIM „Mancher gibt sich viele Müh' mit dem lieben Federvieh", beginnt der erste Streich von Max und Moritz. Am vergangenen Wochenende tummelte sich Federvieh, wie stolze „Pfälzer Kämpfer", schwarze, weiße und blau gesäumte Australorps, sowie Arancana-Hühner, die.türkisgrüne Eier legen, in der Alten Markthalle. Sie erzählten von der hingebungsvollen Pflege der Ingelheimer Züchter.

Natürlich werden sie in ferner Zukunft verwertet: „Zum Grillen eigenen sie sich nicht, aber für die Suppe oder Hühnerfrikassee", erzählt Ralf Scheider, der erste Vorsitzende des Ingelheimer Geflügelzuchtvereins. Jetzt zeigten sich Hähne und Hühner erst einmal von ihrer allerschönsten und saubersten Seite, denn in den Herbst- und Winterwochen, wenn landauf landab die Zuchtschauen stattfinden, schauen kritische Augen wertend über Statur und Federkleid und verteilen Punkte.

Im Idealfall bis zu 100 davon oder zumindest knapp darunter, dann prangt ein „Vorzüglich" an der Käfigtür. Rund 75 Mitglieder zählt der rührige Verein, der auch Kaninchen, Tauben und Enten ausstellt, und nur wenig Nachwuchssorgen kennt, wie die Reihe der Käfige zeigt, in denen die Jugendlichen der Geflügelzüchter ihre Zwerg Seidenhühner zeigen.

„Wir rechnen mit 300 bis 400 Besuchern", berichtet Scheider, aber so genau sei das nie abzuschätzen. Generell seien die Besucher sehr interessiert. „Es werden viele Fragen zur Hühnerhaltung und der Zucht gestellt." Und natürlich zu den Eiern der Hühner. Diese Bio-Eier finden nicht auf den Markt, sondern werden ausschließlich innerhalb der Familie und der Verwandten verzehrt. „Unsere Hühner leben ja im Freien und fressen auch mal einen Käfer oder Wurm und nicht das streng normierte Futter, wie es in den Legebatterien vorgeschrieben ist", erklärt Scheider, um gleich stolz darauf zu verweisen: „Mir ist kein Geflügelzüchter in einem Verein bekannt, bei dem ein Fall von Vogelgrippe vorgekommen wäre"

Die Käfige stehen in langen Reihen in der Markthalle. Hühner und Hähne, jeder steht für sich allein. Immer wieder tönt aber ein lautes „Kikeriki" durch die Halle. Bereits am Dienstag vor Ausstellungsbeginn begannen die Vorbereitungen mit dem Käfigaufbau. Am Donnerstag wurden die Tiere eingesetzt, am Freitag fand die Bewertung durch die Fachjuroren statt. Damit die Ausstellung etwas Atmosphäre erhielt, verteilten die Aktiven noch Tannengrün und zahllose blühende Alpenveilchen auf den Käfigen. Einzig die Beschriftung bei den Hühnern ist etwas mühsam zu entziffern und nur bei den Hasen, deren Fell um die Wette glänzt, steht die Rasse auf dem Käfigschild.

Die Hasen kommen dem Wertungsrichter auf den Tisch, die Hühner dürfen zur Bewertung durch die Fachjury im Käfig bleiben. „Von den sehr aktiven Kaninchenhasen büxt dann auch schon mal einer aus", lacht der Vereinsvorsitzende. Bewertet werden Gewicht, Körperbau, Fell, Pflegezustand. Auffällig ist das seidige Schimmern der Hasenfelle.

„Das kommt vom Apfelessig, den wir mit ins Wasser geben, den mögen sie besonders gerne", verrät der Züchter. Aber auch die Hasen landen irgendwann in der Pfanne - viele zu Weihnachten. „Früher wurden sehr viele von den großen fünf Kilo schweren Kaninchen gezüchtet, damit in den großen Familien auch jeder etwas ab bekam, heute werden die kleineren bevorzugt", sagt Scheider.